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Sonntag, 20. Oktober 2019

Bericht von der Frankfurter Buchmesse 2019 an den Messetagen 17. und 18. Oktober 2019

 Helga König,  PA Dr. Anselm Grün
In der heutigen Zeit, in der man im Internet nahezu alles über Neuerscheinungen im Buchbereich in Erfahrung bringen und sich Gespräche mit Autoren auf Youtube zu Gemüte führen kann, muss es noch weitere Gründe geben, die Buchmesse in Frankfurt zu besuchen. Worin könnten diese bestehen?

Ein wichtiger Grund ist natürlich der haptische Eindruck, weitere, nicht weniger wichtige Gründe sind das persönliche Gespräch mit Verlagsinhabern oder -angestellten, mit Autoren aber auch mit Lesern und der sich daraus ergebende Gesamteindruck, der den Zeitgeist in diesem Metier erfahrbar macht.

Taschenkontrollen beim Einlass dienen der Sicherheit aller, ähnlich wie die vielen Polizisten in den Messehallen. Hätte man noch vor zehn Jahren solche Maßnahmen als Zumutung begriffen, erkennt man heute die Notwendigkeit an und wartet gelassen auf das, was uns Staunen lässt.

 Dr. Peter Schmidt, Helga König, Wulfing von Rohr
Neugierde und Staunen zu können, sind Grundvoraussetzungen für den Besuch einer Buchmesse. Die Freude Menschen zu begegnen, die man das gesamte Jahr über nur telefonisch oder über Mail oder via sozialer Netzwerke kontaktiert, ist natürlich immer groß.

Ich selbst freue mich jedes Jahr ganz besonders, meinen Facebookfreund  Dr. Peter Schmidt  aus Paris wiederzusehen, um mit ihm kurzweilig plaudern zu können. Peters Charme und Intelligenz kann sich keiner entziehen. Ich auch nicht.:-))

 Marion Tauschwitz, Dr. Peter Schmidt
An seinem Stand traf ich zufällig den Journalisten #Wulfing_von_Rohr und lernte dort auch die Schriftstellerin #Marion_Tauschwitz kennen, die mir von ihrem neuen Werk "Das unverlierbare Leben. Erinnerungen an Hilde Domin" berichtete, welches in diesem Jahr bei Springe erschienen ist. Marion Tauschwitz war übrigens die Freundin und Vertraute der 2006 verstorbenen Lyrikerin.

Da ich das im Kösel Verlag erschienene Buch "Den Zweifel umarmen" von #Anselm_Grün dieser  Tage auf "Buch, Kultur und Lifestyle" gerade rezensiert habe, war ich natürlich neugierig auf Pater Anselms Erläuterungen zu seinem Werk, die er vor einem breiten Publikum vom blauen Sofa aus gab.

 Helga König, PA Dr. Anselm Grün
Am Messestand des Vier-Türme Verlags freute ich mich auf ein kurzes Gespräch mit dem Benediktinermönch, nicht zuletzt weil ich seine Ausstrahlung so sehr mag und dankbar bin, durch seine Bücher immer wieder neue Denkimpulse vermittelt zu bekommen.

Nach dieser persönlichen Begegnung dann erlebte ich Anselm Grün bei einer Diskussion mit dem Ex-Manager Dr. Thomas Middelhoff im Lesezelt auf der Agora der Buchmesse. Die beiden diskutieren über die Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen. Die Veranstaltung wurde von dem Journalisten Daniel Schneider moderiert.

 Dr. Thmos Middelhoff
Thomas Middelhoff, der seinem Leben nach seinem Absturz und seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe aufgrund seiner Arbeit mit behinderten Menschen in den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld eine neue Richtung gab, sprach sich gegen #Gier und #Hochmut aus und möchte durch sein Buch "Schuldig" junge Menschen dazu bewegen, nicht wie er habsüchtig und hochmütig, sondern verantwortungsvoll zu handeln. Sein negatives Beispiel demonstriere, wohin selbstsüchtiges Verhalten führe.

Die Zukunft wird zeigen, wie verändert Thomas Middelhoff tatsächlich ist. Auffallend waren seine hochintelligente, sehr präsente Ausstrahlung bei zugleich immer wieder kurz aufflackerndem, fast kindlichem Gesichtsausdruck, daneben aber auch einige Äußerlichkeiten, die darauf hinwiesen, dass der Eitelkeit restlos abzuschwören, selbst für einen zur Vernunft gekommenen Narzissten nicht  einfach ist.

 Helga König, Tina Soliman
Auf sein Buch bin ich neugierig. Sein Auftritt hat mich irritiert. Eine Meinung zu seiner Läuterung habe ich derzeit noch nicht. Doch so viel nur: Menschen können sich ändern, wenn sie  Einsicht haben und erkennen. Dazu bedarf es großer Herzensbildung.

Die Fernsehjournalistin Tina Soliman traf ich auch an diesen Tag. Kürzlich habe ich ihr Buch "Ghosting"  rezensiert und ein Interview mit ihr auf "Buch, Kultur und Lifestyle" realisieren können. Angeregt unterhielten wir uns über ihr wichtiges Werk, das alle, die in den sozialen Netzwerken kommunizieren, gelesen haben sollten, um sich viel Kummer und Ärger zu ersparen.

 Jutta Ditfurth
Später traf ich #Jutta_Ditfurth  am Stand des Osburg Verlags. Dort ist ihr neues Buch "Haltung und Widerstand"  verlegt worden, das ich in den nächsten Wochen lesen werde. Ihre Streitschrift wendet sich gegen die Renaissance gefährlicher politischer Ideen, gegen Rassismus, Antisemitismus und völkisches Denken. Der Text verspricht interessante Lesestunden. Mit ihrer Publikation ist sie am Puls der Zeit.

Verschiedene Happy-Hour –Veranstaltungen an Messeständen rundeten diesen Messetag ab, der auch deshalb erfreulich war, weil er viele schöne Eindrücke bei den Kunstbuchverlagen bereitgehalten hat..

Der Freitagvormittag begann mit einem Event beim Schweizer atVerlag. Vorgestellt wurden dort die Bücher "Endlich Wein verstehen" von #Madelyne_Meyer mit anschließender Verkostung zweier sardischer Weine und "a mano" von #Claudio_del_Principe, in dem es um handgemachte Pastateige geht und in diesem Zusammenhang um die Bewahrung alter Kulturtechniken.

 Madelyne Meyer
Bei dieser Veranstaltung lernte ich den Koch und Philosophen Dr. #Malte_Härtig kennen, dessen Bücher beim atVerlag im Foodbereich mir intellektuell vielversprechend erscheinen, da er sich bereits in seiner Doktorarbeit mit der japanischen Esskultur und dem Zen-Buddhismus befasst hat und Kochen nicht als reinen handwerklichen Akt begreift. Kochen entspringt einer philosophischen Geisteshaltung, wenn Produkte und Techniken nicht zuletzt ethischen Gesichtspunkten entsprechen.

Sehr beeindruckend war die Vorstellung des Buches "Außer man tut es –Politische Porträts der Zeitgeschichte" des Journalisten #Heribert_Prantl, der am Stand der Süddeutschen Zeitung mit #Rita_Süßmuth darüber sprach. Moderiert wurde die Veranstaltung von #Franziska_Augstein. Gefallen hat mir wie überzeugt alle von einem gemeinsamen Europa sprachen und hier von einem europäischen Präsidenten (m/w), vielleicht auch einem Duo, der/das durchaus aus einem kleinen Land kommen kann, weil in erster Linie das überzeugte Eintreten für die europäische Idee  zähle.

 Dr. Heribert Prantl,  Dr. Rita Süßmuth
Warum  eigentlich nicht #Norwegen?

Das Gastland wurde den Messebesuchern winterlich präsentiert. Die Messehalle, in der Bücher aus Norwegen vorgestellt wurden, suggerierte einen großflächig gefrorenen See. Spiegelwände und Fotos von verschneiten Bäumen vervollkommneten diese Täuschung.

Seit der Gestaltung des Innenraumes der Messehalle des damaligen Gastlandes Spanien vor langer Zeit, war die diesjährige  Gestaltung m. E.  am vortrefflichsten gelungen und wirkte wie ein Abgesang eines winterlichen Landschaftsbildes zu Zeiten des Klimawandels.

 Ulrich Tukur
Bei den S. Fischer Verlagen  ist  der  neue Roman  mit dem Titel "Der Ursprung der Welt" des vielseitig begabten Künstlers #Ulrich_Tukur erschienen, den ich  in den nächsten Wochen lesen werde. Spannend war in diesem Zusammenhang  die Veranstaltung  bei #Arte  mit dem Titel "Träumer und Suchender"  Dabei handelt es sich um einen  Film über Leben und Werk des Schauspielers, der Anfang November in Arte gezeigt wird.

Ulrich Tukur sprach mit Regisseurin #Eva_Gerberding über das Projekt aber auch über sein Buch.  #Rainer_Moritz  vom Literaturhaus Hamburg moderierte sehr kurzweilig und erfreulich niveauvoll.

Der Gesamteindruck der Messe? Lesen lohnt sich noch immer bei jung und alt. Die hellwachen Augen der Messebesucher bezeugten dies eindeutig.


Text und Bilder Helga König

Samstag, 12. Oktober 2019

Event: Safranernte im Weinessiggut Doktorenhof

 Foto: Weingut Doktorenhof
Die Safranernte im Weinessiggut Doktorenhof hat begonnen!

Per Hand, einzeln und mühevoll werden die violetten Blüten vorsichtig gepflückt und dann in weiterer Handarbeit die drei roten Blütenstempel behutsam und liebevoll aus der Blüte gezupft. 

Diese filigranen dunkelroten Stempel, die federleicht auf einem Blech offen über Stunden getrocknet werden, duften noch etwas verhalten nach dem typischen Aroma, das nur Safran hervorbringt. 

Um das volle Safranaroma zu erhalten, bleiben nunmehr die trockenen Fäden für 2 Monate im geschlossenen Gefäß, damit eine Fermentierung die Aromastoffe öffnet. Danach vermählen wir den herrlich duftenden Safran mit einem unserer feinsten Aperitifessige zu einem außergewöhnlichen Elixier.

Besuchen Sie uns bei der Ernte des roten Goldes!

Bitte melden Sie sich unter cathrin.wiedemann@doktorenhof.de 

Sollte es Ihnen nicht möglich sein, uns zu besuchen, so senden wir Ihnen gerne unseren Safran-Balsam-Essig sowie Bildmaterial zu.

 Foto: Weingut Doktorenhof
Rezept aus dem:

Weinessiggut Doktorenhof 

Schwarzwurzelsuppe 
mit Safran-Balsam-Essig

Zutaten:
500 g Schwarzwurzeln
1 l Gemüsebrühe
1 Gemüsezwiebel
30 g Butter
125 ml saure Sahne
1 Kartoffel schälen, vierteln
½ TL Meersalz
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 EL Safran-Balsam-Essig
Prise Muskatnuss gerieben
Pinienkerne, Safranfäden

Zubereitung:

Die frischen Schwarzwurzeln mit einem Gemüseschäler abschälen, klein schneiden und waschen. Zwiebel schälen, klein schneiden und mit den Kartoffelstücken kurz in Butter anbräunen. Mit der Gemüsebrühe aufgießen, salzen und pfeffern. Die Schwarzwurzeln und die Prise Muskatnuss dazugeben und alles ca. 40 Min. weich köcheln lassen. Zum Schluss die saure Sahne und den Safran-Balsam-Essig dazugeben und mit dem Pürierstab schön sämig mixen. Die herrlich duftende Suppe mit gerösteten Pinienkernen und einzelnen Safranfäden garnieren und servieren.

 Guten Appetit bei diesem herrlichen Gericht!

Weinessiggut Doktorenhof GmbH
Georg Wiedemann Raiffeisenstr. 5
67482 Venningen Deutschland
 06323 / 5505
essig@doktorenhof.de