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Sonntag, 10. Mai 2026

Eventbericht: "Albrecht Dürer"-Uomo Universale- Vortrag von Dipl.-Ing. Helmut Linke, Garten- und Landschaftsarchitekt im Heimatmuseum Wolfskehlen, am 9.5.2026

Gestern, am 9.5.2026, hielt der Garten- und Landschaftsarchitekt Helmut Linke einen bemerkenswerten Vortrag über das Universal-Genie Albrecht Dürer (21.5.1471- 6.4.1528) im Heimatmuseum Wolfskehlen. 

Als ich von diesem Event im Vorfeld hörte, wurde ich sofort neugierig und überlegte, ob der Garten- und Landschaftsarchitekt, sich speziell mit Dürers Naturstudien- wie etwa "Das große Rasenstück" - in seinen Betrachtungen auseinanderzusetzen gedachte aber auch wo der Bezug zum hiesigen Heimatmuseum zu finden sei. 

Das "Heimatmuseum Wolfskehlen" wird vom "Heimat- und Geschichtsverein Wolfskehlen" verantwortet. Vorträge zur Geschichte und herausragenden Persönlichkeiten aus vergangener Zeit müssen demnach nicht zwingend mit Wolfskehlen in Beziehung stehen und eröffnen so dem Verein ungezählte Möglichkeiten- über den Tellerrand hinaus- sachkundige Dozenten in ein lobenswertes Kulturprojekt einzubinden, das dem geschichtsträchtigen Dorf gut zu Gesicht stehen würde. 

Falsch lag ich mit meiner Vermutung, dass der erfreulich entspannte, sehr eloquente Dürerliebhaber Helmut Linke nur die Naturstudien des Künstlers im Auge hatte, sondern stattdessen das gesamte Werk und darüber hinaus den Menschen Albrecht Dürer in seiner Zeit in seinem Vortrag brillant fokussierte.

Albrecht Dürer, nicht wenigen nur als und Zeichner der "Betenden Hände" und "des Hasen" bekannt, war zudem Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsthistoriker, der in der Frührenaissance lebte. 

Helmut Linke berichtete in seinem Vortrag von Dürers Eltern, seiner geschäftstüchtigen Frau Agnes, seinem besten Freund, dem Patrizier Willibald Pirkheimer und seinen Reisen, die ihn u.a. nach Italien und in die Niederlande führten. 

Helmut Linke berichtete des Weiteren Wissenswertes zu Dürers Monogramm "AD", das er bis zu seinem Lebensende beibehalten hat. Zudem erwähnte Linke den Biographen italienischer Künstler Georgio Vasari (1511-1574), der in seinen Werken den Nicht-Italiener Albrecht Dürer als "Uomo Universale" lobend bezeichnete. Diese Anerkennung  gilt heute noch wie ehedem und verbindet ihn mit  Leonardo da Vinci,  Goethe, Einstein u. a. wenigen anderen mehr.

Wie umfangreich das Werk Dürers ist, machte Linke mittels konkreter Zahlen klar, ließ aber auch nicht ausgespart, dass der umtriebige Künstler durch seine Arbeiten schon zu Lebzeiten erstaunlich betucht war. In seiner sich dem Vortrag anschließenden Diashow, hatte man Gelegenheit einen Blick auf Dürers stattliches Haus in Nürnberg zu werfen, das er nach der Fertigstellung des "Heller-Alters" erwerben konnte.

Eine Vielzahl von Dürers Werken konnte man im Rahmen der dem Vortrag sich anschließenden Dias-Präsentation kennenlernen, darunter auch das "Selbstbildnis mit Pelzrock“, das ich vor Jahren in der Alten Pinakothek in München im Original  bewundert habe.

Alle Dias kommentierte Helmut Linke sehr aufschlussreich und hat mit seinem lobenswerten Vortrag dem Heimat- und Geschichtsverein gezeigt, dass der "Wolfskehler Altar", entstanden 1490/1500, der heute im Hessischen Landesmuseum Darmstadt besichtigt werden kann, aus einer Zeit stammt, wo die Kunst Programm war, das sich selbst in ländlichen Gebieten offenbaren konnte. Das sollte zu denken geben!

Aus der Geschichte zu lernen, ist bekanntermaßen nie ein Fehler.

Helga König

Samstag, 14. März 2026

Eventbericht: Kreativmarkt in Riedstadt Wolfskehlen, 14.3.26

Heute fand auf dem Gelände, auf dem sich das "Eiswölkchen“ in Riedstadt-Wolfskehlen etabliert hat, im Hof und der Scheune, die zu einem denkmal-geschützten Bauernhaus gehören, erneut ein Kreativmarkt statt, mit tollen handgefertigten Geschenkartikeln, die sich nicht nur als Präsente für die Ostertage eignen.

Pulswärmer und Schmuck aus Filz, Spielzeug aus Holz, aber auch handgeschneiderte Kleidung für Kleinkinder wurden mit viel Interesse bestaunt und auch gekauft. Osterpräsente aus dem Bereich Floristik, auch selbst-gefertigte Geschenkkarten machten BesucherInnen ebenfalls neugierig.

Bemerkenswert fand ich einen Stand, der von zwei Frauen betrieben wurde, welche Schmuckstücke für Kinder, auch mit zahllosen Seidenblumen geschmückte Haarreifen für kleine Mädchen feilboten, die gewiss mit großer Freude, so aufgeputzt, an Ostern durch die familiären Gärten streifen werden, um Schokoladenhasen zu finden.

Handgemachte Marmeladen aus delikaten Früchten für den Frühstückstisch an Ostern haben auch nicht gefehlt und hübsch designte Zirbelholz- sowie Kirschkernkissen für einen erholsamen Schlaf und Wärme konnte man ebenfalls kaufen. 

Besonders gut gefallen hat mir das Verkaufsangebot einer Schmuckdesignerin, die hauchzarte Glasperlenhalsketten für den Sommer, aber auch Armbänder kreiert. Die bemalten Glasperlen für die Armbänder stammen aus Ghana, in Westafrika und sollen das Glück anziehen. Freude ziehen sie allemal an, denn ihr Design ist ausgesprochen geschmackvoll, kurzum ästhetisch.  

In der Scheune des alten Gehöfts, wo das Event stattfand, wurden an der Bar kalte und warme Getränke, wohl auch eine Gulaschsuppe verkauft. Bei den wenig erquicklichen Temperaturen am heutigen Tag war das genau das Richtige, um das schöne Ambiente zu genießen.
 
Die Betreiber des "Eiswölkchen" haben wie immer ihre Sache gut gemacht. Dass sie mit ihrem Engagement eine wirkliche Bereicherung für Wolfskehlen sind, steht außer Frage.

Helga König

Dienstag, 10. März 2026

Eventbericht: Buchmesse im Ried, Stockstadt am Rhein, 7. und 8. März 2026, Altrheinhalle.

Helga König (links), Anette Welp(rechts)
Foto: Manfred Biebel
Ein sehr ausführliches Interview mit Britta Röder, der Schriftstellerin und einer der Organisatorinnen der "Buchmesse im Ried" am 7. und 8. März 2026 im Vorfeld der Messe auf "Buch, Kultur und Lifestyle"  (anbei der Link zum Interview) erübrigt auf Details der Veranstaltung in meinem heutigen Bericht  nochmals eingehen. 

Ich besuchte die Messe am Sonntag, den 8. März und unterhielt mich zunächst mit einer meiner Facebook-Freundinnen, der Verlegerin Anette Welp, mehrfache Literaturpreisträgerin und Dozentin für kreatives Schreiben, die an dem geschichtsträchtigen Ort Trebur lebt und dort hauptberuflich in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Frauen- und Gleichstellungsarbeit tätig ist. 

Ihr "Augen- auf- Verlag" feiert in diesem Jahr sein 20 jähriges Bestehen, wobei, wie Anette Welp sagt, ihre Herzensangelegenheit KreativSchreibKurse sind, die sie seit 2014 anbietet. Mit der umtriebigen Macherin freue ich mich, demnächst ein Interview zu realisieren, um mehr über ihr Tun und ihren Verlag auf "Buch, Kultur und Lifestyle" dann kommunizieren zu können. 

Viele bemerkenswerte kleine Verlage boten ein insgesamt breites Spektrum von Büchern an. Gefallen hat mir u.a. der "nomenVerlag" seiner kritischen Sachbücher wegen. 

Thomas Fuhlbrügge,
Helga König 
Foto: Manfred Biebel
Besonders angetan bin ich allerdings vom "coortext-Verlag" des Philosophielehrers und Schriftstellers Thomas Fuhlbrügge, der mit seinem Verlag speziell Autoren aus dem (süd-) hessischen Raum fördern und diese publizieren möchte. 

Viele seiner Bücher auf dem Büchertisch machten mich neugierig, speziell auch eine Serie, die Texte von Oberschülern zu jeweils einem speziellen Thema enthalten.  Hierzu werde ich  "Schönfärber, Texte über die Schönheit" rezensieren und dem Herausgeber Thomas Fuhlbrügge anschließend Fragen dazu stellen.

Hervorheben möchte ich zudem den Journalisten und Buchautor Guido Sawatzki, in dessen Werken, wie er bekundet, sich sein Kampf gegen den Mainstream spiegelt. Beim ersten Durchblättern einiger seiner Bücher, war auch sofort meine Neugierde geweckt.

Neben den zahlreichen Verlagen, mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und einem speziellen Kinderprogramm, waren zudem Buchhandlungen vertreten, hier auch die Riedstädter Buchhandlung "Faktotum", über die ich in Bälde berichten werde.

Alles in allem, eine große kulturelle Bereicherung hier im Südried. Mein Respekt im Hinblick auf das arbeitsintensive Engagement aller Beteiligten.

Helga König

Eventbericht: Vortrag von Suzanne Bohn zum Weltfrauentag über Louise Michel am 7.3.2026 in der Kunstgalerie am Büchnerhaus in Goddelau

Die Französin Susanne Bohn hielt in Kunstgalerie am Büchnerhaus in Goddelau am Freitagabend, den 7.3.2026 anlässlich einer Veranstaltung zum Weltfrauentag einen spannenden Vortrag über das Leben und die Zeit der französischen Revolutionärin und engagierten Menschenfreundin Louise Michel. Diese galt als die Gallionsfigur der Kommune von Paris. 

Mit großem Mut und viel Engagement setzte Michel sich für ihre Ziele "Kunst für alle, Bildung für alle, Brot für alle" in den 1870er Jahren in Paris ein, wurde, wie man erfuhr, mehrfach inhaftiert und selbst in Neukaledonien, wo man sie jahrelang gefangen hielt, sozial tätig.

Von ihren Gegnern wurde sie zeitlebens als hässlich diffamiert, wobei ihre schöne Seele, wie die von Susanne Bohn gezeigten Fotos zeigten, eine alles andere als hässliche Frau visualisierten, stattdessen eine nachdenkliche Frau mit großer Persönlichkeit, wenn auch nicht ins männliche Schönheitsklischee im Hinblick auf  Frauen passend. 

Das Leben dieser ungewöhnlichen Frau zum Thema des Weltfrauentages zu machen, fand ich mehr als nur lobenswert, weil Luise Michel für ein Frauenbild steht, das von Edelmut gezeichnet, in seiner Authentizität, in vieler Hinsicht ein Vorbild darstellt für alle, die Mitmenschlichkeit leben  und nicht nur darüber sprechen wollen.

Susanne Bohn sprach vor der vollständig besetzten Kunstgalerie. Die Gäste, vorwiegend Frauen, machten deutlich, dass Themen des Weltfrauentages Männer offensichtlich noch immer ein wenig abschrecken. 

Susanne Bohn hat es verstanden, in ihrem tollen Vortrag, den Geist der damaligen Zeit in das Hier und Heute zu übersetzen. Dafür allein schon: Chapeau!

Helga König