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Sonntag, 23. November 2025

Eventbericht 23.11.2025: BüchnerBühne /Leeheim-Club der Dichter: "Von hier aus weiter", Susann Pásztor

Christian Suhr liest aus "Von hier aus weiter" von 
Susann Pásztor
Am Sonntag, den 23.11.2025 um 11 Uhr fand in dem Gebäude der BüchnerBühne in Riedstadt/Leeheim erneut eine Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Club der Dichter" statt. 

In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei der Stadt Riedstadt und der Buchhandlung FAKTOTUM las der Gründer und künstlerische Leiter der BüchnerBühne #Christian_Suhr aus dem Roman "Von hier aus weiter" von Susann Pásztor. 

Mit der Veranstaltungsreihe "Club der Dichter" möchten die Organisatoren einmal im Monat an einem Sonntagmorgen bei einem kleinen Frühstück mit Literatur den "Blick auf die Welt schärfen". Eine lobenswerte Idee!

Das liebenswert gestaltete "Büchner- Café" war voll besetzt, trotz des unwirtlich kalten Wetters. Dabei hörte das literaturinteressierte Publikum aufmerksam -die witterungsbedingten Umstände vergessend- der brillanten Lesung Christian Suhrs zu. 

"Von hier aus weiter" von Susann Pásztor, ein Roman, den ich bislang nicht kannte, bringt den Lesern die Witwe Marlene näher, die nach dem Suizid ihres Mannes, einem Arzt, zunächst auch sterben möchte. Doch dann entwickeln sich die Dinge in eine völlig unerwartete Richtung. 

Christian Suhr las zwei Kapitel des Romans, die allerdings noch nicht erkennen ließen, wohin die "Reise" geht, sprich, was Marlene im Verlauf der Handlung noch erwartet und wie sie vielleicht den zunächst etwas  traurig aber zugleich absurd erscheinenden Momenten ihres neuen Lebens entkommt.  Grund genug das Buch zu erwerben, sinnvollerweise in der Buchhandlung  FACTOTUM 

Christian Suhrs Lesungen zuzuhören, ist eine wahre Freude, weil die Figuren des Romans zu leben beginnen und auf dieser Weise Neugierde auf das gesamte Buch auslösen. Besser kann man für ein gutes Buch nicht werben!

Bin jetzt schon gespannt auf seine Lesung  am 14.12.2025, zumal ich den Roman "Umlaufbahnen" von Samantha Harvey, aus dem Christian Suhr dann liest, auf "Buch, Kultur und Lifestyle" bereits rezensiert habe.

Helga König

Sonntag, 16. November 2025

Eventbericht: Der Cato - Konzertfilm von Helge Burggrabe in der Evangelischen Kirche Riedstadt-Wolfskehlen am 14. November 2025, 18 Uhr

Am Freitag, den 14. November 2025 um 18 Uhr wurde in der Evangelischen Kirche Riedstadt-Wolfskehlen der Konzertfilm "Cato" von Helge Burggrabe gezeigt. Dies geschah anlässlich des 100. Geburtstages der deutschen Widerstandkämpferin Cato Bontjes van Beek. 

Cato, die der Widerstandgruppe "Rote Kapelle" angehörte, wurde am 5.8.1943 in Berlin-Plötzensee guillotiniert. Ähnlich wie die deutsche Widerstandkämpferin Sophie Scholl, die am 23. Februar 1943 seitens der Nazis geköpft wurde, hatte man auch Cato beim Verteilen von Flugblättern gegen das menschenverachtende Nazi-Regime seitens deren Schergen verhaftet. 

Beide Frauen kämpften für mehr Mitmenschlichkeit und für das Ende des Terrorregimes. Cato und Sophie sind beide filmisch von der Schauspielerin Julia Jentsch dargestellt. Den preisgekrönten Film #Sophie_Scholl - Die letzten Tage (DVD) habe ich 2009 rezensiert. Anders als die Verfilmung der letzten Tagen von Sophie Scholl, wird in dem Konzertfilm "Cato" den Zuschauern, das Leben und die Persönlichkeit dieser Frau mittels biographischen Texten, auch Briefen, die sie vor und während ihrer Verhaftung schrieb und Musikkompositionen sehr einfühlsam vermittelt. 

Cato wuchs in Fischerhude bei Bremen auf. Der Ort liegt 17 km von der Künstlerkolonie Worpswede entfernt. Dort lebte und arbeitete ihr Onkel Otto Modersohn, mit dem sie, wie im Film erwähnt, in Briefkontakt stand. Ihre Eltern und verschiedene Anverwandte waren weltoffene Künstler. Insofern wundert es nicht, dass auch sie musisch begabt war und darüber hinaus vielseitig interessiert. 

Ihre geistig freie, menschenfreundliche Haltung und Naturverbundenheit stand dem entgegen, was die Nazis allen vorlebten. Als Cato sich in Berlin  bei einem Onkel zur Keramikerin ausbilden ließ, schloss sie sich der Widerstandgruppe "Rote Kapelle" an und geriet schließlich in die Hände ihrer Mörder. 

Im Film (Spieldauer 78 Minuten) erlebt man atmosphärisch durch die Texte  und die Musik, speziell von Bach und Purcell, auch durch ein norwegisches Volkslied und den wunderschönen Gesang des Vokalensemble Sjaella,das Seelenleben dieser Frau, die voller Liebe und Lebenslust bis zur letzten Stunde hoffnungsfroh und dem Schönen zugewandt blieb und - das war ihre besondere Stärke- ohne Hass in den Tod ging.

Cato war frei von Angst, weil sie trotz allem, was man ihr antat, sich die Liebe zum Leben nicht nehmen ließ. 

Was macht uns als Mensch aus? Mitmenschlichkeit.

Cato auch Sophie mussten sterben, weil sie mitmenschlich waren und diese Eigenschaft in Terrorregimen als größte Gefahr dafür betrachtet wird, sich an der Macht zu halten. Dort, wo Mitmenschlichkeit gelebt wird, ist die Freiheit zuhause und genau dieser  haben Terrorregime  den Kampf angesagt.  

Sich den Konzertfilm, in der mit Kerzen beleuchteten 1000 Jahre alten evangelischen Kirche in Wolfskehlen anzusehen, war besonders ergreifend, weil die Zeit für einen Moment stillstand und uns bewusst machte, dass Menschen wie Cato in allen zurückliegenden Jahrhunderten das Licht, das unser aller Leben ausmacht, am Verlöschen gehindert haben durch ihren Mut und ihren Glauben an das unzerstörbare Gute, das alles überdauert.

Helga König