Der Film "Ein salziger Weg", der gestern Abend in der evangelischen Kirche in Wolfskehlen gezeigt wurde, stammt aus dem Jahre 2024.
In den Hauptrollen waren Gillian Anderson und Jason Isaacs zu sehen. Regie führte Marianne Elliott und das Drehbuch stammt von Rebecca Lenkiewicz.
Der Film basiert auf dem 2018 veröffentlichten gleichnamigen Buch von Raynor Winn.
"Der salzige Weg" beeindruckt allein schon durch seine Naturaufnahmen an der Südküste Englands und vor allem durch die Tiefe der Handlung.
Die beiden Protagonisten, Ray und Moth, ein Ehepaar in den mittleren Jahren, verlieren ihren Wohnsitz und ihre Habe. Mittellos entscheiden sie sich, zu einem langen Weg an der englischen Südküste entlang, ohne Plan, was ihre Zukunft anbelangt, hoffend, dass sich ihnen beim Gehen eine Idee für ihre Zukunft eröffnet.
Bei allem Unheil ist Moth auch noch gehbehindert durch eine schwere Nervenkrankheit und weiß nicht, wie lange er noch leben wird. Doch die beiden Schicksalsgebeutelten lassen sich nicht beirren, gehen mit schwerem Gepäck über unwirtliches Gelände, treffen Menschen, die ihnen helfen, aber auch solche, die empathielos, geradezu niederträchtig zu ihnen sind. All das gilt es auszuhalten. Nur so kann möglicherweise Neues entstehen.
Ray und Moth stehen einander bei in all der Hoffnungslosigkeit, erleben dadurch auch glückliche Momente, in denen sie ihre besondere Freiheit genießen, die die Verantwortung für den anderen allerdings nicht ausschließt. Die beiden haben zwar alles verloren, jedoch einander behalten. Allein das ist in heutigen Zeiten ungewöhnlich.
Ray macht täglich Notizen darüber, was sie erleben und sehen. Sie ist eine gute Beobachterin. Dass die Notizen die Basis ihres späteren Erfolgs sein werden, weiß sie noch nicht.
Moth wird, je länger sie gehen und er keine Pillen mehr nimmt, immer gesünder und entwickelt so viel Biss, dass er nach dem ewig langen Fußweg als Spätberufener Landwirtschaft studieren wird und erfolgreich ins Leben zurückkehrt.
Aus Rays Reisenotizen entsteht ein Bestseller, der beiden ein sorgenfreies Leben beschert. Kann es ein solches Happyend wirklich geben?
Der Film beruht auf Tatsachen - ist also kein Märchen- und dokumentiert, dass sich Leben durchaus auch zum Guten verändern kann, wenn man daran glaubt und genügend Resilienz aufbringt, Talsohlen zu überwinden.
Bei Tee und Keksen in der Pause hatten Besucher Gelegenheit mit anderen über den Film zu sprechen oder sich zunächst einmal eigene Gedanken zu machen, was Pilgern bedeutet, weshalb Menschen den Jakobsweg gehen oder auf meditativen Spaziergängen zu neuen Erkenntnissen gelangen.
Helga König
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