Dieses Blog durchsuchen

Montag, 31. März 2014

Eventbericht: Installation der "Rote Faden" von Darya von Berner in Frankfurt/Main, anlässlich der "Biennale der Lichtkultur 30.3.- 4. 4. 2014

 Der "Rote Faden" von
Darya von  Berner
Am Samstag, den 29.3.2014 fand im Hause der Galeristin Monika Hermann-Simsch und Dr. Peter Hermann ein Empfang anlässlich der "Biennale der Lichtkultur" in Frankfurt statt. Das Event in der Mainmetropole wird noch bis zum 4.4.2014 andauern. 

Das Gebäude in der Saalgasse 18 ist ein Werk des berühmten, amerikanischen Architekten Charles Moore, der als einer der Theoretiker und Gründerväter der Postmoderne gilt. Das Haus selbst ist ein Beispiel für die emotionale und pluralistische post-moderne Architektur. Deren Form transportiert Geschichten, erzählt diese auf beeindruckende Weise. Dies geschieht durch die Farben, Materialien und Ornamente. Dabei handelt es sich bei den Gebäuden um zwei Häuser, die faktisch nur eines sind.

Während der "Biennale der Lichtkultur" sind die beiden unterschiedlich anmutenden Haushälften durch ein rotes Lichtband verbunden. Dieses Band spiegelt in seiner Bewegung die kreisförmigen Elemente der Architektur wieder. Angelehnt an einen Gedanken Goethes aus den Wahlverwandtschaften verbindet der "Rote Faden" auch hier etwas, was zusammengehört. 

 Darya von Berner
Die Lichtinstallation ist ein Werk der spanischen Künstlerin Darya von Berner, mit der  ich bereits ein Interview auf "Buch, Kultur und Lifestyle" realisieren konnte. Hier hat sie zu ihrem Werk persönlich Stellung genommen. 

Zu Beginn des Empfangs im Hause der Hermanns sprach Darya von Berner über ihre Kunstanliegen und später im persönlichen Gespräch auch über ihre berühmte Großmutter, der kanarischen Dichterin und Feministin Mercedes Pinto. Diese kannte nicht nur den Nobelpreisträger Tagore sehr gut, sondern auch den Nobelpreisträger Pablo Neruda, der ihr einige Gedichte widmete. 

Im Hause der Hermanns sorgten zudem der ukrainische Musiker Michael Makorov und sein Quartett für viel Aufmerksamkeit, denn die Musiker spielen exzellent und man sagt Makarov nicht  ohne Grund hinter vorgehaltener Hand eine Weltkarriere voraus. 

Makarov hat die Musikhochschule in Odessa erfolgreich absolviert und studierte anschließend in Würzburg an der Musikhochschule bei Prof. Sören Uhde, bevor er Orchestermitglied der Jungen Deutschen Philharmonie  und Kammermusiker des Orchesters CAMERATA Würzburg wurde. 

 Michael Makarov, Monika Hermann-Simsch
Der Musiker spielt regelmäßig als Orchestermusiker mit berühmten Interpreten wie Giora Feidmann, James Galway, Andrei Gavrilov, Anna Maria Kaufmann, Eva Lind, Mischa Maisky und Sergei Nakariakov. Er ist Gründer des Duos „Ultimate Duett“ (Violine und Gitarre) und des Quartetts "Violoncello". 

Die Veranstaltung beeindruckte durch ihr hohes kulturelles Niveau und die inspirierenden Gespräche über Kunst und Intellektualität, die sich wie ein roter Faden durch die Kommunikation der Gastgeber und Gäste zog. Ein Event, wie man es in Frankfurt zu schätzen weiß. 

Text und  Fotos: Helga König


 Lilian Frieser, Barbara Born

Herr Weinelt und Ehefrau

 Lilian Frieser
















 Peter Julius









 Knut Günther, Lilian Frieser







Michael Makarov 













Fotos:  Helga König
Foto: Außenfassade mit "Rotem Faden"  Monika  Hermann- Simsch

Montag, 17. März 2014

Bericht von der Leipziger Buchmesse, 13.3.2014

Die Leipziger Buchmesse 2014 erwies sich erneut als großes Lesefest. Dabei galt der Donnerstag auch in diesem Jahr vor allem den Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse. Zwischen 11. 00 und 14.00 Uhr wurden diese und ihre nominierten Werke in Halle 4 vorgestellt. 

Untergliedert waren die Nominierten in die Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung. 

Einige der Bücher kannte ich bereits, die Werke der Preisträger, die um 16 Uhr bekannt gegeben wurden, waren mir bislang allerdings unbekannt. Dabei handelt es sich übrigens um: Sasa Stanisic "Vor dem Fest", Helmut Lethen "Der Schatten des Fotografen",  Robin Detje William T. Vollmann "Europe Central"

Auffallend viele Cafés und noch mehr Veranstaltungen machten es nicht leicht, sich irgendwo länger aufzuhalten, speziell dann nicht, wenn man wie ich nur einen Tag lang in Leipzig verweilte. 

 Erika Pluhar
Viele Neuerscheinungen waren mir nicht mehr unbekannt, aufgrund vorheriger Internet-Recherche. Das Buch von Erika Pluhar "Die öffentliche Frau", das ich derzeit gerade lese, kannte ich aber noch nicht. Die ehemalige Schauspielerin des Burgtheaters Wien las aus ihrem Buch vor einem großem Publikum. Allein ihrer Stimme zuzuhören, war beeindruckend. 

Neugierig machten mich die Verlage aus anderen Ländern, aber auch die vielen bildenden Künstler, die ihre Werke präsentierte, wie in jedem Jahr. 

Um sich  in Ruhe in ein Buch zu vertiefen, war es leider zu  laut und hektisch. Insofern konnte ich nur  visuelle Eindrücke sammeln und immer wieder mit Verlagsleuten plaudern, um mir Lesetipps geben zu lassen. 

Auf meinem Bücherberg liegt nun vieles, was ich bald lesen und teilweise auch rezensieren möchte, nicht zuletzt ein kleines Bändchen des Philosophen Wilhelm Schmid mit dem Titel "Gelassenheit- Was wir gewinnen, wenn wir älter werden". 

Aufgefallen ist mir, dass viele junge Autoren auf der Leipziger Messe zugegen waren und es hat mich insofern gefreut, dass ein  noch besonders jung erscheinender Autor den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Belletristik erhalten hat. Sasa Stanisic, der den Roman "Vor dem Fest" geschrieben hat, ist mit seinen 36 Lenzen im Vergleich zu allen anderen Preisträgern wirklich noch jung und strahlt viel Dynamik aus. Diese  wird in Zukunft notwendig sein, um dabei tatkräftig mitzuhelfen,  die Vielfalt des Buchmarktes nicht  durch einen neuen Verlags-Strategen geschmälert zu bekommen.

Die Preisverleihung war wie immer der Höhepunkt des Buchmessen-Donnerstags. Wie stets wurde noch kurz vor der Bekanntgabe gerätselt, wer denn nun gekürt wird. Die Rede Helmut Lethens, des Preisträgers im Bereich Sachbuch,  hat mir besonders gefallen, denn er hat darin jedem der Nominierten einen Preis gegönnt. Dies war nicht nur einfach so dahingesagt, das spürte man, wenn man in das grundgütige Gesicht, dieses klugen Mannes blickte, dessen Buch "Der Schatten des Fotografen" ich ganz gewiss lesen werde.

 Helmut Lethen


















Jean-Marie Dumaine  


Bildmitte: Barbara Vinken

 Michael Griesinger
 Hier  wurden finnische  Speisen angeboten 
 Dr. Georg Girardet


Mitte: Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
Burkhard Jung



 Preisträger des Preises der Leipziger Buchmesse 2014. Von rechts nach links Helmut Lethen "Der Schatten des Fotografen", Robin Detje "William T. Vollmann: Europe Cental", Sasa Stanisic "Vor dem Fest".



Fotos und Text: Helga König

Mittwoch, 12. März 2014

Bericht von Lesung, am Dienstag, 11.März 2014 Literaturforum im Mousonturm in Frankfurt/Main „Der Baron, die Juden und die Nazis“ mit Jutta Ditfurth.

Gestern Abend stellte die Publizistin und Politikerin Jutta Ditfurth im Literaturforum im Mousonturm in Frankfurt einem sehr interessierten Publikum ihr neues Buch "Der Baron, die Juden und die Nazis" vor. 

Das Werk habe ich jüngst auf "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert und konnte mir aufgrund der Sekundärinformationen im Vortrag Ditfurths ein noch deutlicheres Bild von ihrem Grundanliegen verschaffen.  Dieses besteht ganz offensichtlich  darin aufzuzeigen, dass der Adel in Deutschland gewissermaßen Steigbügelhalter für Hitler gewesen ist und damit eine Mitverantwortung an der Ermordung der 6 Millionen Juden trägt. 

Ditfurth, selbst adeliger Herkunft, berichtete über den Antisemitismus des Adels, der bereits im 19. Jahrhundert vorhanden war, nicht nur in ihrer Familie, und las aus alten antisemitischen Texten erschreckende Passagen vor, die u.a. Mitglieder elitärer Tischgesellschaften damals von sich gaben. Der Dichter Achim von Arnim, der zu Ditfurths großem Verwandtenkreis  zählt, war einer der namhaften Judenhasser in der Romantik. 

Wie die Frankfurter Politikerin zu Recht fordert, ist es absolut notwendig, diese dunkle Seite der Romantik zur Sprache zu bringen, wenn in Frankfurt wie geplant das Deutsche Romantik Museum gebaut wird, um dort den romantischen Dichtern zu huldigen. Kann man einem Achim von Arnim überhaupt huldigen, nachdem, was er im Hinblick auf Juden von sich gab, frage ich? Kann man seine romantische Lyrik von dem Rest, was in seinem Kopf vorging, wirklich  trennen? 

Ditfurth zeigte aufgrund von zahlreichen privaten Bildern die Schlösser und Rittergüter ihrer Familie, um zu verdeutlichen, worin das Motiv des Adels im Hinblick auf die tiefsitzende Angst vor Juden begründet lag, die sich in krankhafter Ablehnung niederschlug. Es war wohl bereits im 19. Jahrhundert- dem Zeitalter der Industrialisierung-  die Angst, Privilegien und Macht zu verlieren und nach dem tatsächlichen Verlust durch die Abdankung des Kaisers nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und dem Beginn der Weimarer Republik der innige Wunsch, egal mit wem und wodurch, die verlorenen Privilegien wieder zu erlangen. 

Der Sündenbock stand bereits im 19. Jahrhundert fest. Es war der Jude. Ideologisch hatte somit der Adel kein Problem mit Hitler gemeinsame Sache zu machen. In dessen Führungselite befanden sich deshalb auch viele Aristokraten. 

Ditfurth sprach die Legendenbildung  im Hinblick auf den  Widerstand des 20. Juli 1944 an. Viele der Widerständler waren Adelige, die lange mit dem NS-Regime kooperiert hatten und wie Ditfurth mittels Texten belegte, sehr antisemitisch ausgerichtet waren. Nicht wenigen ging es, wegen der drohenden Niederlage, eher darum, ihren Kopf zu retten, als dem Antisemitismus  ein Ende zu bereiten, so jedenfalls die Deutung Ditfurths, wobei es offenbar aber auch Ausnahmen gab. 

Sie thematisierte ausführlich ihren antisemitischen Urgroßonkel Börries  Freiherr von Münchhausen, der als Balladendichter  sehr erfolgreich war. Die Autorin kam in der anschließenden Diskussion zu dem Ergebnis, dass dieser Urgroßonkel, nicht nur Balladendichter, sondern auch  ein ausgemachter Rassenideologe, der   Goebbels  sehr verehrte,  aufgrund seiner Herkunft determiniert war und wegen dieser, sich keinesfalls am eigenen Schopf hätte aus dem braunen Sumpf herausziehen können. 

Damit die Zuhörerschaft sich etwas wundern durfte, zeigte Ditfurth u.a. Briefmarken von der Bundesrepublik Deutschland, auf denen nicht zuletzt auch die Dichterin Agnes Miegel zu sehen ist, die bekanntermaßen ein strammes Parteimitglied der Nazis war. 

Ditfurth, die die Gräfin Dönhoff für die Legendenbildung im Hinblick auf den angeblich generell widerständischen Adel in der NS-Zeit verantwortlich macht, zeigte sich pikiert, dass Alice Schwarzer, die Ikone der Frauenbewegung, der Ostpreußin durch die unkritische Biografie, die diese über die Aristokratin verfasste, ein Denkmal gesetzt hat. 

An kritischen Äußerungen mangelt es Jutta Ditfurth nicht, selbst wenn es um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Adel geht. Wie sie hocherfreut feststellte, sind Historiker begeistert von ihrem Buch, das sie nicht deshalb schrieb, um ihr "Nest zu beschmutzen", sondern darum, weil sie als Angehörige dieser Gesellschaftsschicht Zugang zu Unterlagen hat, von denen sie meint, dass die Öffentlichkeit ein Recht habe, darüber mehr zu wissen. Kurzum, Jutta Ditfurth geht es um Aufklärung. 


Text und Fotos von der Lesung Helga König

Klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.
 

Samstag, 11. Januar 2014

Bericht zur Vernissage "La Fenice" -Abstrakte Photographie- Iris Caren Herzogin von Württemberg, am 10.1.2014 in der Galerie Tristan Lorenz/ Frankfurt.

Iris Caren Herzogin von Württemberg
Gestern Abend fand in der Galerie Tristan Lorenz die Vernissage zur Ausstellung „La Fenice“-Abstrakte Photographie der Künstlerin Iris Caren Herzogin von Württemberg statt. Diese Ausstellung  kann man bis zum 7. Februar 2014  in der Fahrgasse 17 in 60311 Frankfurt besuchen.

Die Galerie Tristan Lorenz zeigt rund 40 Fotoarbeiten der Stuttgarter Künstlerin, die mit abstrakter Malerei und Zeichnungen bekannt geworden ist. 

Iris Caren Herzogin von Württemberg hat Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften und Kunst studiert und arbeitet seit 1993 als freischaffende Künstlerin. Dabei umfasst ihr Werk nicht nur Malerei, Zeichnung und Fotografie, sondern auch Lyrik. Zu ihren Arbeiten mit der Kamera sagt Iris Caren Herzogin von Württemberg: 

Tristan Lorenz, Iris Caren Herzogin von Württemberg
"Bei meinen künstlerischen Photographien habe ich den Pinsel mit der Kamera getauscht. Meine abstrakten Photos sind Malerei mit der Kamera. Sie bilden eine Ergänzung zu meinen abstrakt-dynamischen Zeichnungen und Acrylbildern. Feine Linien in Bewegung sowie eine starke Farbigkeit sind der wesentliche Bestandteil der Motive. Tanzende Formen, Transparenz und Klang sind auch bei meinen Photoarbeiten sujetbildend. Verschwommenes, Verwaschenes ist bewusst kalkuliert: die Unschärfe ist ein wesentliches Merkmal. Dahinter steht meine Auffassung von einer Welt des Sichtbaren und Unsichtbaren, von Naturwirken und Geistwirken. Von Bewegungen im Innen- und Außenleben.“ (I.C.v.W., Dezember 2013).

Die in der Galerie Tristan Lorenz gezeigten Werke wurden im letzten Jahr realisiert und gedruckt. Die Arbeiten entstanden mit einer Spiegelreflexkamera, die von der Herzogin manuell gehandhabt wird. Die Auflagen unterliegen einer Limitierung von zwei bis höchstens 10 Exemplaren. Das Werk „La Fenice II" ist ein Unikat. Alle Werke wurden handsigniert. 

Auf der sehr gut besuchten Vernissage führte Carina Reez (m.A.) mittels eines aufschlussreichen Vortrags in die Ausstellung ein. 

Die Gäste hatten nicht nur Gelegenheit mit dem eloquenten Galeristen Tristan Lorenz über die Bilder zu sprechen, sondern  sich erfreulicherweise auch bei der charmanten Künstlerin Iris Caren Herzogin von Württemberg über die Exponate kundig zu machen. 

Der Besuch der Ausstellung ist zu empfehlen. Näheres zu den Werken erfahren Sie bei: www.tristanlorenz.com. Dort kann man die Bilder käuflich erwerben.


Iris Caren Herzogin von Württemberg



















Bilder und Text: Helga König

Dienstag, 3. Dezember 2013

Weinpräsentation Deutscher Spitzenweingüter am 2. Dezember 2013, Hotel Villa Kennedy, Frankfurt

 Helga König
Eine kleine Auswahl Deutscher Spitzenweingüter präsentierte am 2.Dezember 2013 im Konrad-Adenauer-Ballsaal der Villa Kennedy in Frankfurt vorzügliche Weine einem sehr interessierten Publikum. 

Rechtzeitig zum bevorstehenden Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel  hatten Weinliebhaber Gelegenheit, sich genau zu überlegen, was sie an den Festtagen auf den Tisch bringen möchten. Es wurde viel verkostet, viel diskutiert und noch mehr bestellt.

Die Villa Kennedy ist ein Fünf-Sterne-Hotel in Frankfurt/Sachsenhausen und eines der schönsten und am ruhigsten gelegenen Luxushotels in der Bankenstadt. Hier also präsentierten die Spitzenweingüter Dr. Heger, Wirsching, Schloß Saarstein, Salwey, Künstler, Schloss Proschwitz, Aldinger, Drautz-Able, Adeneuer und Knipser ihre Köstlichkeiten. 

 Andrea Wirsching
Nach einigen größeren Veranstaltungen des V. D. P. –Verbandes in diesem Jahr begeisterte mich die gestrige Verkostung besonders, weil die Zunge und der Gaumen natürlich stets nur eine bestimmte Anzahl von Weinen in wenigen Stunden erfassen können und hier  in der Villa Kennedy nicht überfordert wurden, sondern umfassend  die edlen Tropfen genießen konnten. 

Gefreut habe ich mich erneut die köstlichen Weine des Weinguts Dr. Heger/Ihringen am Kaiserstuhl verkosten zu dürfen, nachdem wir auf "Buch, Kultur und Lifestyle" in diesem Herbst immer wieder Weine dieses Badischen Spitzenwinzers vorgestellt haben. 

Begeistert auch haben mich die Weine aus dem Hause Wirsching und ein Wiedersehen mit Frau Andrea Wirsching/ Iphofen (Franken), deren Weine wir ebenfalls im Laufe dieses Jahres auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt haben.

Nicht minder angetan war ich von den  Grauburgundern des Hauses Salwey, Oberrotweil, Kaiserstuhl. 

Eine Neu-Entdeckung für mich ist das Weingut Drautz Able aus Heilbronn. Hier  machte mich ein Weißweincuvée, aber auch ein Sauvignon Blanc sehr neugierig.

 Monika Drautz
Die württembergischen Rotweine von  Aldinger und Drautz Able waren für mich ein ebensolcher Genuss wie die Ahrrotweine von Adeneuer und die Pfalzrotweine von Knipser. Unmöglich sie miteinander zu vergleichen, weil die Bedingungen für diese Rotweine zu verschieden sind.

Erwähnen möchte ich den vorzüglich mundenden Pinot Blanc Sekt b.A. brut (Trad. Flaschengärung) von Schluss Proschwitz und auch die Liköre und Brände dieses Hauses,  über die wir in den nächsten Tagen auf "Buch, Kultur und Lifestyle"  berichten werden, nachdem wir Weine des sächsischen Winzers Prinz zur Lippe bereits vor geraumer Zeit vorgestellt haben. 

Dass ich mit Dr. Hegers "Mimus"  Ihringer Winkelberg - Spätburgunder Barrique trocken den Abend, der viele interessante Gespräche über die Weine, aber auch nette Gesprächspartner bereithielt, ausklingen ließ, ist nicht nur meiner besonderen Liebe zu Ihringen geschuldet, sondern auch meiner Affinität zu den Kreationen des Hauses Dr. Heger.

Helga König

 Frank Adeneuer
Weingut Knipser
























Schloss Proschwitz











 Konrad Salwey


Text und Fotos: Helga König

Montag, 2. Dezember 2013

Bericht zur Lesung Barbara Vinken- Angezogen. Das Geheimnis der Mode oder: Und sie wissen nicht, was sie anziehen, Donnerstag, 28.11.13

 Prof. Dr. Barbara Vinken,  Alfons Kaiser
Foto: Helga König
Am Donnerstag, den 28.11.2013 um 19.30 Uhr fand im Literaturhaus Frankfurt die Lesung zu Barbara Vinkens "Angezogen. Das Geheimnis der Mode oder: Und sie wissen nicht, was sie anziehen" statt. Die Literaturprofessorin Dr. Vinken irritierte zunächst ein wenig durch ihren ungewöhnlichen, dabei aber sehr schicken Auftritt, den man von intellektuellen Damen in der Regel nicht erwartet. Besonders reizvoll fand ich die Lackschuhe mit aparten Schleifen. Aber auch ihr schwarzes Strickkleid mit Lochmuster im Oberteil vermittelte die Reize der schönen Frau mit Hochsteckfrisur bestens. Ein mutiger Auftritt in der vergeistigten Atmosphäre des Literaturhauses.

Am Podium angelangt, wurde die charmante Dame dann von Alfons Kaiser, dem wenig charmanten Redakteur der F.A. Z,  in die Mangel genommen. Pausenlos enervierte er sie wegen ihrer Prada-Tasche und musste auch unbedingt einflechten, dass das vorgestellte Buch von der F.A.Z. verrissen wurde. War das wirklich nötig?  Prof. Dr. Vinken mutmaßte, dass der Rezensent der F.A.Z ihr Buch nicht wirklich gelesen habe und begründete dies auch. Ich  lese das Buch derzeit übrigens auch und finde es  exzellent.

Dem Redakteur der F.A.Z intellektuell haushoch überlegen, begann sie fortan mit ihm zu spielen, indem sie eine etwas   manierierte, Weltläufigkeit vermittelnde Diva gab, die in der Konversation ständig die Sprachen wechselt, Gedanken in abgebrochenen Sätzen präsentiert, dabei honigsüß lächelt und auf diese Weise ihren durch seine Einwände kleinstädtisch wirkenden Gesprächspartner an die Wand spielte.

Das zu beobachten war  nicht uninteressant, weil Vinken deutlich machte, wie galant eine gebildete, intelligente Frau doch einen uncharmanten Mann in den Senkel  zu stellen vermag, ohne dabei stutenbissig zu werden.

Vinken berichtete über das System, das Modewandel beinhaltet, zeigte an einer Leinwand Bilder und begründete ihre Aussagen durch das Anschauungsmaterial. Jil Sander und Coco Chanel waren Thema und auch der Gedanke, dass sich Zeitgeist in der Mode widerspiegelt. In den Augen der Literaturprofessorin kann man in Kleidern lesen wie in einem Gedicht. Die Interpretationsmöglichkeiten sind also immer vielschichtig.

Ihr Buch, das sie in neun Kapitel eingeteilt hat, thematisiert u.a. wie die Mode aus der Männerwelt verschwand und zum weiblichen Laster wurde. Diesen Wechsel zeigte Vinken auch anhand von Bildern u.a. einer Gemäldeablichtung von Ludwig XIV. 

Zur Sprache gebracht wurden nicht zuletzt Gedanken von Georg Simmel, die dieser zur Mode in seinen philosophischen Schriften niederlegte,  wie auch Überlegungen von Nietzsche zu diesem Thema in „Menschliches, Allzumenschliches.“ 

Wer mehr darüber erfahren möchte, dass Stoffe, Schnitte, Nähte, Wolle, Leinen und Tweed letztlich kunstvolle Verdichtungen sind, wird Spaß an dem Buch der schönen, geistvollen Frau haben, der ich auch in Frankfurt einen Gesprächspartner gegönnt hätte, der etwas entspannter einen Dialog mit eine attraktiven Dame zu führen in der Lage ist und nicht auf vermeintliche Widersprüche und Schwächen des Gegenübers herumzureiten braucht, um sich ebenbürtig zu fühlen.

Helga König

Donnerstag, 28. November 2013

Heinrich Heine und das Judentum- Lyrik und Jazz, Jüdische Gemeinde Frankfurt/ Main

 Doris Adler
Kulturbeauftragte der Jüdischen
Gemeinde Frankfurt
Gestern, am 27.November 2013, 19.30 Uhr fand in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/Main im dortigen Verwaltungsgebäude in der Westendstraße im 5. Stock die Veranstaltung "Heinrich Heine und das Judentum"- Lyrik und Jazz statt. 

Das Gebäude wird von der Polizei nicht grundlos geschützt, denn leider gibt es noch immer in unserem Land viele ideologisch Verblendete, denen man nicht über den Weg trauen kann.

Wir waren schon etwas früher im Veranstaltungsraum, sodass wir Gelegenheit hatten, seitens Doris Adler, der charmanten Kulturbeauftragten der Jüdischen Gemeinde, uns über das Jüdische Lichtfest "Hanukkah"  aufklären zu lassen. Dieses hat am 25.November begonnen und dauert acht Tage an. Das Fest, dessen Ursprung auf ein Ereignis des Jahres 164 vor Chr. zurückgeht, ist ein fröhliches Ereignis, das im Kreise von Familien gefeiert wird und bei dem Kinder ebenso beschenkt werden wie zu Weihnachten die Kinder aus christlichen Familien .

Nach Anbruch der Dunkelheit wird  dann der Chanukkaleuchter angezündet und es werden Lieder gesungen. Heinrich Heine hat diese schönen Festtage gewiss in seiner Kindheit auch erlebt, denn er wuchs einst in Düsseldorf in einer jüdischen Familie auf.

Über die Kindheit und Jugend und den weiteren Lebenslauf des großen deutschen Dichters berichtete Doris Adler in ihrem spannenden Vortrag und band zahlreiche, von der Thematik sehr unterschiedliche Heine-Gedichte in diese Lebensbetrachtungen ein. Dadurch verdeutlichte sie, dass die Gedichte ein Ergebnis seiner Gefühlslage in entsprechenden Lebenssituationen waren. Es gelang ihr, das Ausgegrenztsein Heines in Deutschland sehr plastisch aufzuzeigen und auch seine Probleme, die er mit Frauen hatte, zu thematisieren. 

Der äußerst analytische, politische Schriftsteller mit sensiblem Gemüt war ein Mensch voller Poesie. Doris Adlers hat  dies in ihrem Vortrag tiefgründig reflektiert.

Die Gedichte wurden  von der Kulturbeauftragten sehr einfühlsam vortragen.  Mit seinen Jazzinterpretationen ist es dem bulgarischen Pianisten Georgi Mundrov gelungen, die Stimmung von Heines Gedichten einzufangen. Dabei hat er zum Schluss mit seiner spontan improvisierten, ungewöhnlichen Loreley-Jazz-Interpretation  das Publikum ganz besonders in seinen Bann zu ziehen vermocht.

Helga König und Peter J. König
Bilder: Helga König


Samstag, 9. November 2013

Kurzer Bericht zur Ausstellung "Nanna- Anselm Feuerbachs Elixier einer Leidenschaft- 29.9. 2013- 26.1.2014

Gestern besuchte ich die Ausstellung "Nanna- Anselm Feuerbachs Elixier einer Leidenschaft", die noch bis zum 26. Januar 2014 im Museum Wiesbaden gezeigt wird.

 Anselm Feuerbach, "Iphigenie"
Foto: Helga König
Im Fokus der Bilderschau stehen die Gemälde von Anselm Feuerbachs (1829- 1880) berühmtesten Modell Anna Risi (1839-1900). Aufgrund dieser Portraits wurde Feuerbach zu einem der namhaftesten Maler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 

Nachdem er diese Frau kennen gelernt hatte, begann 1860 einer der produktivsten und künstlerisch wertvollsten Phasen seiner Karriere. Fünf Jahre hindurch war diese Frau offenbar alles für seine Kunst, wie man den Gemälden entnehmen kann. Sie stand ihm Modell für mythologische, religiöse und literarische Motive. 

Ausgangspunkt der Ausstellung ist eines der bedeutendsten Gemälde in Wiesbaden: Nanna aus dem Jahre 1861.

Rund achtzig Werke von Anselm Feuerbach werden derzeit in Wiesbaden gezeigt. Diese Werke kommen aus Museen aus dem In- und Ausland und sollen den Künstler und die Modelle würdigen. 

Ich finde die Ausstellung überaus beeindruckend und möchte an dieser Stelle auf meine Rezension zum Ausstellungskatalog verweisen: http://helga-koenig-kunst.blogspot.de/2013/11/rezensionnanna-anselm-feuerbachs.html

Einen Besuch dieser Ausstellung kann ich empfehlen. Am besten Sie verbinden diesen Besuch mit einem weiteren in dem ganz in der Nähe gelegenen Café im Literaturhaus in der Villa Clementine. 

Über die "Villa Clementine" berichte ich hier  in den nächsten Tagen und werde auch einige Innenaufnahmen des schönen Gebäudes in den Bericht einbinden.