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Montag, 26. August 2013

Bericht über die Pressevorabbesichtigung der Ausstellung „Namenlose Empfindung- Jean Paul und Goethe im Widerspruch“, 26.8.2013 in Frankfurt/Main im Goethehaus.

 Bettina Zimmermann, Dr. Konrad Heumann
Heute fand im Goethehaus in Frankfurt die Pressevorbesichtigung der Ausstellung „Namenlose Empfindung- Jean Paul und Goethe im Widerspruch“ statt, die vom 28. August bis zum 13.Oktober 2013 dort gezeigt wird.

Am 21. März 1764 wurde der deutsche Schriftsteller Jean Paul als Johann Paul Friedrich Richter in Wunsiedel geboren. Anlässlich seines 250. Geburtstages gibt es an vielen Orten in der Republik Veranstaltungen zu seinen Ehren.
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Im Freien Hochstift in Frankfurt wird das schwierige Verhältnis zwischen Goethe und Jean Paul thematisiert. Im Rahmen von 18 Schaukästen hat man Gelegenheit, das nicht unkomplizierte Verhältnis der beiden Dichter kennen zu lernen

Dr. Konrad Heumann und Bettina Zimmermann vom Freien Deutschen  Hochstift erläuterten, was in den Kästen zu sehen war. Die Farben Malachit-Grün (Goethe) und Himbeer (Jean Paul) lassen jeweils sofort erkennen, wer von den beiden Persönlichkeiten thematisiert ist.

Gezeigt werden in erster Linie handschriftliche Texte dieser Herren. Sehr interessant fand ich, dass man die große Verschiedenheit der beiden bereits an den Schriftzügen erkennen kann.

Jean Paul hat wie viele andere Dichter seiner Zeit sich auf Goethe bezogen. Dieser war zunächst eine Art Vorbild. Aus vielen seiner Werke, Briefe und Gespräche  wird deutlich, wie sehr er sich mit dem Gott aus Weimar auseinander setzte. Bei allem soll er aber zwischen bedingungsloser Gefolgschaft und trotziger Selbstbehauptung geschwankt haben. Das wird auch in den gezeigten Dokumenten deutlich.

Obschon Goethe offenbar aus kunstpolitischen Erwägungen  Jean Paul  bejahte, ignorierte er ihn persönlich lange Zeit und zeigte sich herablassend. Dieses Verhaltensmuster  hatte er ja eigentlich nicht nötig und doch zieht es sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Sehr sonderbar.

Die Exponate in der Ausstellung zeigen kleine Geschichten, die von ästhetischen Einsichten, aber auch von persönlichen Empfindlichkeiten handeln.

Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet, den ich  dieser Tage auf „Buch, Kultur und Lifestyle“ rezensieren und mit dieser Seite verlinken werde.

Fotos: Helga König


Dienstag, 6. August 2013

Bericht zur Ausstellung: "John F. Kennedy in Hessen 1963/2013", Frankfurt in den Römerhallen von 6. bis 15. August 2013

Gestern, am 5. August 2013 wurde in den Römerhallen in Frankfurt die Ausstellung "John F. Kennedy in Hessen 1963/2013" eröffnet.  

Die Ausstellungsmacher beabsichtigen an die Zeit von Kennedys Deutschlandbesuch im Jahre 1963 zu erinnern und damit auch an die Zeiten des Kalten Krieges. 

Leben und Sterben des berühmten amerikanischen Politikers kommen zur Sprache und schließlich auch die Geschichte der Amerikaner in Hessen vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Aufbau des neuen US-Headquarters in Wiesbaden im Hier und Heute. 

 Jörg Uwe Hahn, Vorsitzender der FDP Hessen /
Justizminister von Hessen
Texte und Bilder zu den genannten Themen sind Ausstellungsgegenstand im Römer. Mittels eines Begleitheftes dann kann man sich zuhause noch erweitert mit dieser Zeit befassen. Das Begleitheft ist übrigens im Hessischen Hauptstaatsarchiv zu beziehen. 

1036 Tage dauerte die Präsidentschaft John F. Kennedys an. Da dieser Politiker außenpolitisch im strikten Antikommunismus verharrte, befand man sich damals im Kalten Krieg. 1962 kam es zur Kubakrise, die die Welt an den atomaren Abgrund brachte.

Als die Krise  beseitigt werden konnte, setzte Kennedy sich für die erste atomare Abrüstung ein.

Über den Rüstungswettlauf der Supermächte,  die Kubakrise, den Vietnamkrieg und den Beginn der Entspannungspolitik erhält man ebenso einen Eindruck, wie über die Biografie J. F. Kennedys. 

 Jörg Uwe Hahn, Vorsitzender der FDP Hessen/
Justizminister von Hessen und
Olaf Cunitz, Bürgermeister der Stadt Frankfurt
Interessant sind all die Bilder des Politikers und Pop-Stars von seiner Kindheit an. Sehr schnell beginnt man zu begreifen, was von diesem Mann ausging, dem man einfach glaubte, dass er Zivilcourage  besaß.

Die Ausstellungsmacher gehen trotz des Kennedy-Hypes zu den Lebzeiten  des Womanizers  keineswegs unkritisch mit dieser Kultfigur um, die letztlich weniger wegen politischer Meister-Leistungen, sondern  aufgrund seines Charmes und seiner lockeren Art unvergesslich bleibt.

Helga König


Dr. Dr.h.c. Barbara Deppert-Lippitz
Geschäftsführende Vorsitzende der
Freunde Frankfurts, Verein zur Pflege der Frankfurter Tradition e.V. 
und Klaus Schulz
 Daria Bottero-Heller  M.A
1. Vorsitzende der Gesellschaft
zur Förderung Frankfurter Malerei E.V
 Dr. Irmgard Burggraf
1. Vorsitzende der
Historisch-Archäologischen Gesellschaft
Frankfurt/Main e.V.

Fotos: Helga König

Dienstag, 30. Juli 2013

Bericht über das Festival der Künste 2013 in Westhofen am 27./28.7. 2013

 Haus St. Michael
Am 27. und 28. Juli 2013 fand in der Verbandsgemeinde Westhofen ein Festival der Künste statt. Der alte Karolingerort erhielt übrigens im frühen 14. Jahrhundert bereits Marktrechte und ist heute vom Weinbau geprägt.

In einigen historisch bemerkenswerten Häusern wie dem Haus St. Michael, der KaiserbadMühle und dem Haus Nr.3,  aber auch in einigen Weingütern stellten Künstler ihre Werke aus, so auch im VDP-Weingut K. F. Goebe in der Mainzerstraße 18, das ich im Laufe der Woche auf „Buch, Kultur und Lifestyle“ in der Rubrik „Berichte und Impressionen über Adressen vom Feinsten“ vorstellen möchte.

In Westhofen wurden am vergangenen Wochenende nicht nur Ölgemälde und Aquarelle, sondern auch Skulpturen, Zeichnungen, Goldschmiedearbeiten und Fotografien ausgestellt. Ein wenig bedauert habe ich es,  dass ich die Veranstaltungen am Samstag  nicht miterleben konnte. Die Events im Park der Künste waren gewiss sehr vergnüglich.

V.D.P. Weingut K.F. Groebe
Im  V.D.P. Weingut K. F. Groebe hatte man Gelegenheit sich die Wohlfühlkunst von Sabine Katterle anzusehen, die sich in den USA mit vielen Techniken wie Paintbrush oder 3 D auseinandersetzte und heute hauptsächlich mit den Fingern die Farbe auf die Leinwand aufträgt. Ihr Ziel besteht darin, durch Kunst und Farbe eine Perspektive zu schaffen, die als Zuflucht gedacht ist, um neue Kraft für den Alltag zu schöpfen. Sie hofft, dass man mittels ihrer Bilder, Energie tankt, inspiriert wird oder einfach nur für eine kurze Weile die Augen und die Seele erholt. Die Farbe Grün nutzt sie, aus psychologischen Erwägungen und macht aus ihren Werken gezielt Gebrauchskunst, die  besonders in Büros sinnstiftend ist, weil sie dort als „Energiepusher“ eingesetzt werden kann.

Silke Schmuck und Sabine Katterle
Die Bilder der Hobbykünstlerin Silke Schmuck dienen dazu, Betrachter ebenfalls von der Magie des Malens zu begeistern, sie zu motivieren zum Malwerkzeug zu greifen und „einfach zu malen.“ Dies ist ein lobenswert pädagogischer Ansatz. 

Beide Künstlerinnen legen offenbar ihren Schwerpunkt auf die Psychologie der Farben, mit der jede auf ihre Art zu spielen sucht.

Vielleicht sollten  namhafte Künstler Westhofen für sich entdecken, ein überregionales Event aus dem eher lokalen Festival der Künste machen oder den idyllischen Weinort  zum  neuen Worpswede erklären. Die alte teilweise noch nicht restaurierte Bausubstanz Westhofens lässt vieles zu. Alles ist noch möglich. 

Dieser Ort würde sich jedenfalls bestens für ein solches Projekt eignen, der Lichtverhältnisse und der Farben wegen. Hier gilt es noch viel Neuland zu beackern.

Text und Bilder Helga König




Dienstag, 2. Juli 2013

Städel-Museum Frankfurt; Ausstellung vom 3.Juli bis 29.September 2013 Hans Thoma " Lieblingsmaler des Deutschen Volkes"

Heute, am 2.7.2013 fand im Städel Museum die Pressekonferenz und Pressevorbesichtigung zur Ausstellung zur Ausstellung "Lieblingsmaler des Deutschen Volkes" statt, die vom 3.7. bis 29.9. 2013 im Städel gezeigt wird.

Der Museumsdirektor Max Hollein  sowie die beiden Kuratoren Dr. Felix Krämer und Dr. Nerina Santorius klärten über den Maler und seine Werke kurz auf, bevor man sich diese Bilder genauer anschauen konnte, die aus unserer heutigen Sicht teilweise recht kitschig anmuten.

Der Maler und Grafiker soll zu seinen Lebzeiten ein gefeierter Künstler gewesen sein. Die Kunstkritiker und sein Publikum sahen in ihm einst "den größten deutschen Maler" überhaupt. Durch die Ausstellung soll ergründet werden, weshalb Hans Thoma (1839-1924) eine solche Popularität errang und nach 1945 gewissermaßen in Vergessenheit geriet. 

Mehr als 100 Werke des gebürtigen Schwarzwälders werden im Städel Museum derzeit ausgestellt und verdeutlichen die künstlerische Vielfalt von Thomas. Es fällt dabei auf, dass sich in seiner Malerei realistische und symbolische Tendenzen verbinden.

Das Städel Museum besitzt neben der staatlichen Kunsthalle Karlsruhe mit weit über 80 Gemälde und mehrere Hundert Arbeiten auf Papier die umfangreichste Thoma-Sammlung weltweit.

Wie man erfahren konnte, waren für den Künstler eine Reise nach Paris und dem dortigen Besuch einer Ausstellung Gustave Courbets, aber auch das Zusammentreffen mit Arnold Böcklin sehr wichtig und schlugen sich positiv in seiner Kunst nieder.

Realistische und fantastische Motive, auch Heimatbilder und mythologische Szenen, die von Wagner inspiriert waren, kann man derzeit in Frankfurt sehen und erahnen, weshalb die Kunst von Hans Thoma so typisch für die Deutschen und ihre geschmackliche Ausrichtung war.

Die Ausstellungsräume mit Kunstrasen zu versehen, fand ich amüsant, weil den Bildern dadurch ein anderer
Rahmen verliehen wurde als ein Gründerzeit-Ambiente, für das die Gemälde ja ursprünglich gedacht waren. 

Aus dem eigentlichen Rahmen gefallen, lernt man vielleicht etwas Neues zu sehen, jenseits von dem, was Hans Thoma nach seinem Tode für die Nazis so attraktiv gemacht hat. 

Ich gestehe: mein Lieblingsmaler wird Hans Thoma nicht werden. Dennoch, es hat sich gelohnt, die Ausstellung zu besichtigen, weil sie mir etwas über das Deutsche Volk von einst  in seiner Rückwärtsgewandtheit und seinen Sehnsüchten berichtet hat.

Damit Sie, liebe Leser, einen Eindruck von dem, was Sie auf der Ausstellung erwartet, erhalten, habe  ich den entsprechenden Youtube-Clip eingefügt.


Montag, 1. Juli 2013

Bericht und Fotos: VDP Jahrgangspräsentation 2013; VDP Ahr, Mittelrhein, Nahe und Rheinhessen, Rheingoldhalle Mainz, 30.6.2013

 Helga König und Karl-Friedrich Groebe
Heute fand in Mainz in der Rheingoldhalle die diesjährige Jahrgangspräsentation der VDP Prädikatsweingüter Ahr, Mittelrhein, Nahe und Rheinhessen statt. 

Auch in diesem Jahr war die Veranstaltung sehr gut besucht und es machte Freude, die Weinliebhaber beim genussvollen Probieren zu beobachten und selbst einige der köstlichen Tropfen zu genießen. 

Alle präsentierten Weine zu verkosten, sollte man sich erst gar nicht vornehmen. Das schafft man ohnehin nicht.

Johannes Graf von Schönburg-Glauchau 
Zunächst besuchte ich den von mir sehr geschätzten Karl Friedrich Groebe, dessen Weingut in Westhofen eine Adresse ist, die man sich merken sollte, wenn man wirklich delikaten Riesling trinken möchte. Sein Riesling „1763“ erinnert an das Gründungsjahr des Weinguts. Über das Jubiläum, die neuen Weine und das Weingut erfahren Sie demnächst mehr auf „Buch, Kultur und Lifestyle“. 

Interessant auch war das Gespräch mit Johannes Graf von Schönburg-Glauchau, der u.a. zu seinem „Carl Zuckmayers Lichtroter Spätburgunder, trocken“ berichtet hat.  Die schöne Wortschöpfung  dieses vorzüglichen Rosés stammt übrigens von dem Nackenheimer Schriftsteller. 

Bei Friedrich Bastian trank ich   den sehr delikaten „Bacharacher Posten Riesling trocken“ und in der Folge „Posten VDP Große Lage Riesling Spätlese“,  Weine, die überaus feine Nuancen aufweisen. Herr Bastian zeigte anhand von Fotos, wo genau diese Parzelle liegt und auch wo sein Inselwein wächst. Seine Weine haben mich so neugierig gemacht, dass ich hoffe, bald darüber näher berichten zu können.

 Herr Matthias Müller jun.   
Neugierig auch machten mich die Weine des Weingutes Matthias Müller, das in Spay in der Nähe von Boppard liegt und die Weine des Weingutes Ratzenberger in Bacharach, von denen ich demnächst ebenfalls zu berichten beabsichtige. 

Bei Dr. Crusius hat mich das Cuvee „Traiser Weißburgunder u. Auxerrois trocken“ sehr angesprochen. Generell sind die Weine des Weingutes immer eine Reise nach Traisen wert. 

Das gilt natürlich auf für die Weine des Weingutes Emrich-Schönleber, die ich einfach unwiderstehlich finde. Dabei ist das 2012er Monzinger Frühlingsplätzchen mein diesjähriger Favorit, was die Weine dieses Nahe-Weingutes anbelangt. 

Gefallen auch hat mir der "Blanc de Noir Spätburgunder" von Jean Stodden aus Rech, dessen Rotweine ich noch verkosten muss und die Rotweine des Weingutes J. Neus aus Ingelheim, die etwas ganz Besonderes sind, über das es sich ausführlich zu berichten lohnt. 

Gerhard  Gutzler
Bei Herrn Gutzler, ein sehr charmanter Winzer, trank ich „Morstein- VDP Große Lage, Spätburgunder trocken Großes Gewächs“ und freute mich ob der vielen Eindrücke des Tages, vergaß auch nicht noch beim Weingut Dönnhof vorbeizuschauen um mit dem Geschmack von „Kirschheck- VDP. Große Lage Riesling Spätlese“ auf der Zunge den Nachhauseweg anzutreten.

Eine gelungene Veranstaltung.

Impressionen:
Herr  Bastian
 K. F.  Groebe
 Jochen Ratzenberger
 Dr. Crusius
Herr Neus 
 Gerhard Stodden
 Ein Weinliebhaber
Rechtsanwalt Joachim Werner mit Gattin
 Gerhard Gutzler

Fotos: Helga König

Donnerstag, 20. Juni 2013

Bericht zur Vernissage "Thomas Hoepker New York in der Leica Galerie Frankfurt am 14.6.2013,

 Thomas Hoepker
Am vergangenen Freitag, dem 14.6.2013 fand in der Leica Galerie Frankfurt die Vernissage zur Ausstellung “Thomas Hoepker New York“ statt, die vom 15.6. bis zum 31.8. in den Räumen des Hauses der Rahn AG gezeigt wird.

Die Galerie befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe des Goethegeburtshauses. Bei der Rahn AG handelt es sich um ein Fachgeschäft für analoge und digitale Leica-Kameras nebst Zubehör, als auch einem breiten Sortiment an Bildbänden, Büchern und fotografischer Kunst. Zu Ehren von Leica und um eine Brücke zwischen Kamera-Manufaktur und Kunst zu schlagen, eröffnete diese Firma im Obergeschoss eine Ladengalerie. Diese soll den anderen Leica-Galerien in New York, Tokio, Prag, São Paulo, Wien, Salzburg und Istanbul in nichts nachstehen.

Mein Mann hat letzte Woche auf „Buch, Kultur und Lifestyle“ das Buch zur Ausstellung rezensiert.   Aufgrund der Fotos im Bildband war  ich sehr neugierig, die Originale bewundern zu können. Zudem hatte ich Gelegenheit den seit 1976 in New York lebenden  Star-Fotografen Thomas Hoepker persönlich kennen zu lernen und von ihm über seine Werke mehr zu erfahren. Im Rahmen eines Interviews werden die Leser von „Buch, Kultur und Lifestyle“  demnächst  mehr über den Künstler und seine Werke in Erfahrung bringen können.

Die Vernissage war sehr gut besucht. Viele Besucher kauften sogleich das Buch und zwar noch bevor sie die Originale bewunderten, die man übrigens in der Galerie auch kaufen kann.

Besonders begeistert bin ich von dem 1983 entstandenen Werk „Skaters on the ice rink in Central Park“ und wohl am meisten berührt von „View from the Manhattan Bridge to the Brooklyn Bridge and downtown Manhattan during aftermath of World Trade Center bombing, September 11, 2001.“

Hoepker war Präsident der international angesehensten Agentur Magnum Photos. Wer seine Bilder gesehen hat, weiß sofort, weshalb er diese Position einnahm. Ein wahrlich begnadeter Fotograf.

 Diese Ausstellung sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Farbfotos: Helga König

Foto: Peter Grün

Sonntag, 9. Juni 2013

Bericht:"Kunst privat"- Meine Eindrücke gestern in Frankfurt, 8.6.2013

Gemälde eines jungen Chinesen in der EZB
Gestern, am 8. Juni 2013, hatte ich Gelegenheit  an insgesamt drei Kunstführungen der Veranstaltungsreihe „Kunst privat“ teilzunehmen. Wie der hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Florian Rentsch bekundet,   wird den teilnehmenden Unternehmen und Institutionen an den beiden Tagen  Gelegenheit geboten, ihr kulturelles Engagement zu zeigen. Der besondere Reiz für Besucher besteht darin, Kunstwerke sehen zu können, die ansonsten nicht zugänglich sind. 

Einfach war es nicht, für die Kunstführungen gelistet zu werden. Das hing wohl auch damit zusammen, dass stets nur eine kleine, überschaubare Gruppe in die jeweiligen Gebäude Einlass bekam. Besucht habe ich die Europäische Zentralbank, die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Bank. Davor allerdings saß ich noch gut eine Stunde in der Cafeteria eines großen Buchhändlers in der Innenstadt von Frankfurt und beobachtete das Kaufverhalten der Kunden. Das meist verkaufte Buch in dieser Stunde war "Psychopathen". Offenbar scheint ein großer Bedarf zu bestehen, über diese Personengruppe in unserer Gesellschaft mehr zu erfahren. 

Die erste Veranstaltung, die ich besuchte, fand um 11 Uhr in der Europäischen Zentralbank statt. Moderiert wurde sie von  der Kunsthistorikerin Veronika Peselmann. Aufgrund der Tatsache, dass für den gestrigen Tag eine Solidaritätsdemonstration der Occupy-Bewegung gegen Willkür, Gewalt und die Einschränkung der demokratischen Grundrechte  in Frankfurts Bankenviertel angekündigt war, sind in der EZB die Sicherheitsvorkehrung extrem hoch gewesen. Sogar Gürtel und Uhren mussten beim Einlass abgelegt werden.

Derzeit umfasst die Kunstsammlung in der EZB 300 Arbeiten von Künstlern aus 19 Ländern. Bevor Frau Peselmann einige dieser Werke namhafter Künstler näher erläuterte, wurden den Gästen rund achtzig Bilder chinesischer Schüler präsentiert, die allesamt das gleiche Motiv haben:  Die neue EZB, deren Bau derzeit auf dem Gelände der einstigen Großmarkthalle entsteht. 

Reinhard Wanzke, der Vorsitzende des Fachverbandes für Kunstpädagogik Hessen, klärte über dieses spannende Projekt auf, dessen Initiator er ist. Auf seiner Reise nach China hat er Abiturienten in Changzhou dazu motiviert, aufgrund eines Schwarz-Weiß-Fotos von der im Bau befindlichen EZB jeweils  ihre  persönliche Version der Bank zu Papier zu bringen. Daraus wurde ein Gang durch die Kunstgeschichte, was die Darstellungsweisen anbelangte. Die Bilder werden übrigens zum Verkauf angeboten. 

Des Weiteren wurden Fotos von der Transformation der alten Großmarkthalle gezeigt. Hier berichtete Peselmann auch von den Kellergebäuden des ehemaligen Objektes, die nun zu einer Gedenkstätte und einem Besucherzentrum umfunktioniert werden sollen, weil in diesen Kellerräumen seitens des Nazi-Gesindels die Frankfurter Juden während der NS-Zeit eingesperrt  und von dort aus in  Konzentrationslager verschleppt und ermordet wurden. 

Von den anderen gezeigten Bildern berührten mich ein großformatiges Foto von Anné Olufsen und eine Skulptur von Charlotte Gyllenhammar am meisten. Zum einen geht es um eine verfremdete Darstellung der  Hl. Cecilia, in der der Schmerz der Künstlerin wegen 9/11 sich mit ausdrückt. Bei der Plastik der slowenischen Künstlerin handelt es sich um ein Mahnmal für furchtbare Schicksale von Kindern. 

Um 13 Uhr dann nahm ich an der Kunstführung in der Deutschen Bundesbank teil. Das Thema lautete "Goethe und das Geld". Diese Veranstaltung wurde von Sabine Muschler hervorragend moderiert. Sie begann in dem Gebäude, das mich der meergrünen Farbe, der Mailänder gläsernen Dachkonstruktion, der Fliesen und der architektonischen Gestaltung wegen, entfernt an ein Jugendstilbad und damit an den Satz "Hier wird in Geld gebadet" erinnerte, mit der Vorstellung eines Frieses im Eingangsbereich, das Motive aus Faust II visualisiert. Der Künstler dieses Frieses ist Siegfried Rischar, der die Entstehung des Papiergeldes im Geiste Goethes hier darstellt. Frau Musch las aus Faust II die entsprechenden Textstellen, was mir sehr gut gefallen hat. Sie stellte des Weiteren die Bronze-Skulpturen von Karl-Henning Seemann im Eingangsbereich vor. Hier beeindruckte mich die Darstellung von "Mephisto umschmeichelt den Kaiser" am meisten. Spontan dachte ich an Jakob Fugger.


Zu Willi Schmidts "Helena", dem Sinnbild für Schönheit und manch anderem Werk, das mit Goethes Faust korrespondiert, aber auch über eine Wand mit 29 Gingko-Blättern mit mythischen Szenen erfuhr man das, was man wissen muss, um sich zum Schluss noch an vier Werken Andy Warhols zu erfreuen, die dem großen Sohn der Stadt auf besondere Weise huldigen und in mir spontan den Entschluss reifen ließen, im Anschluss an eine Rast im Bistro "Operncafé" mal wieder das Goethe -Geburtshaus aufzusuchen. 

Im Operncafé fand ich  einen Platz im Freien, von dem aus ich die Occupy-Demonstration bestens verfolgen konnte. Sehr viele junge Menschen, darunter eine Vielzahl junger Studenten, gaben ihrem Unmut gegenüber der Staatsgewalt kund. An Georg Büchner fühlte ich mich erinnert, dessen Biografie ich gerade gelesen habe. Er hätte einer von diesen empörten Demonstranten sein können. Diese Szene nahm ich  ganz bewusst in mich auf, bevor ich zum Geburtshaus desjenigen ging, der im politischen Lied stets ein garstiges sah. 

Da ich gestern alle Wege in Frankfurt zu Fuß zurücklegte, machte ich in der Nähe des Goethe-Geburtshauses abermals eine Rast. Diesmal um den besten Kaffee in der Stadt zu genießen. Den gibt es bei Wacker, einer kleinen, vom Feinschmecker ausgezeichneten Kaffee-Rösterei, die ich Besuchern von Frankfurt  als Geheimtipp empfehlen möchte. 

Im Geburtshaus Goethes war alles unverändert. Da nur wenige Besucher zu dieser Zeit sich dort aufhielten, konnte ich die alten Frankfurter Schränke im Treppenhaus, die Bibliothek und andere Räume in Ruhe betrachten. Ein deutsch sprechender, chinesischer Student war ähnlich  begeistert von dem was er sah, wie ich. Wir unterhielten uns leise in einem der Räume, in dem übrigens ein Jugendbild von Goethe hängt. Ich erzählte ihm von den chinesischen Abiturienten und ihren Bildern, die ich in der EZB kennen lernen durfte und er versprach ein Bild von den Frankfurter Schränken im Goethe-Geburtshaus zu malen, als seinen persönlicher Gruß an die Stadt. Diesen Schränken sollten Faust und Mephisto entsteigen, um sich gemeinsam auf den Weg zum Dom  aufzumachen. 

So unterschiedlich können die Vorstellungen junger Chinesen geprägt sein, von dem was den Geist Frankfurts anbelangt.... 

Die Gemäldegalerie auf dem  Geburtshaus-Gelände besuchte ich natürlich auch. Darüber berichte ich demnächst im Rahmen einer Rezension zum  entsprechenden Kunstkatalog. 

Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass meine Füße schon arg in Anspruch genommen waren, als ich um 18 Uhr an der Kunstführung in der Deutschen Bank teilnahm. Bedauert habe ich natürlich, dass man dort keine Fotos machen durfte. Noch nicht mal aus dem Fenster des 34. Stockwerks durfte man fotografieren. Dort erinnert der alte Kaiser-Dom von den Ausmaßen her an eine Streichholzschachtel. Natürlich fragte ich mich, wie die tägliche Sicht auf diese Spielzeugstadt das Handeln der Menschen in den dortigen „Think Tanks“ prägt.

Wird durch diese Sicht auf Dauer die Verantwortung größer oder kleiner? 

Gezeigt wurden Bilder sehr junger Künstler. Die Gemälde von Richter und Beuys kann man jetzt im Städel- Museum besichtigen. Sie mussten vor kurzem dem Neuen weichen. Möglicherweise ist dies ein Zeichen einer veränderten  Geisteshaltung. Gerade die Fotos Zwelethu Mthethwas, der die Würde afrikanischer Menschen in diesem Armenhaus der Welt vielfältig fokussiert, lassen hoffen.  Der tägliche Blick auf solche Bilder verändert gewiss auch die Einstellung im Hinblick auf so manche Entscheidung der grübelnden Personen in den "Think Tanks" der Deutschen Bank.

Mein Dank gilt besonders der Studentin Katrin Kolk in der Deutschen Bank, die ihre Sache sehr gut gemacht hat.

Ein gelungener Tag mit vielen Eindrücken.

Helga König

                                              
"Mit dem Wissen wächst der Zweifel."
 Johann Wolfgang von Goethe 




                                           

Donnerstag, 6. Juni 2013

Bericht und Bilddokumentation der Vernissage „Dario Fo“ in der Galerie „Die Galeria“ in Frankfurt am Main am 5. Juni 2013.

 Dario Fo
Gestern fand die Vernissage zur Ausstellung „Dario Fo“ in der Galerie „Die Galerie“ statt, die dort vom 6. Juni bis 31. August 2013 gezeigt wird. 

Dabei handelt es sich um die erste Ausstellung des multitalentierten Künstlers und Literaturnobelpreisträgers Dario Fo  in Deutschland. Der 87 jährige Künstler war auf der gestrigen reich besuchten Veranstaltung selbst zugegen und sprach über seine Bilder. 

Die einführenden Worte kamen von Dott. Stefania Canali, die die Veranstaltung inszeniert hatte. Präsentiert werden auf der derzeitigen Ausstellung übrigens rund 60 Werke des Künstlers aus über 60 Jahren Schaffenszeit.

Dott. Stefania Canali
Darüber werde ich ab morgen Abend im Rahmen meiner Rezension zum Ausstellungskatalog  auf "Buch, Kultur und Lifestyle“, Abt. Kunst. berichten. 

Dott. Stefania Canali nennt Fos Malerei eine wahrhafte Reise nach Italien und begründet dies damit, dass der Künstler ausgehend von der Tradition der italienischen Commedia dell`arte und der klaren Sprache der Satire nicht nur aus der Bibel und der Mythologie, von den großen Meistern der Kunstgeschichte, dem Karneval, Theater und der Oper, sondern auch vom Krieg, Verderben, der Camorra und Berlusconi malend erzählt, weil die Politik und nicht das Theater grotesk sei. 

Mich haben die Farben und Motive sehr angesprochen, um Bildinhalte aber nicht fehlzuinterpretieren, empfiehlt es sich den Katalog zu studieren.










Hier der Link zu meiner Rezension:http://helga-koenig-kunst.blogspot.de/2013/06/rezension-dario-fo-malerei-paintings.html

Helga König










Text und Bilder: Helga König